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Friedliche Revolution: Welterbestadt vergibt Auftrag für Vermittlungskonzept

Die Welterbestadt Quedlinburg hat am 16. Juni den Auftrag für die Erstellung eines Vermittlungskonzeptes rund um das Denkmal „Brunnen Friedliche Revolution 1989 – 1990 Deutsche Einheit“ vergeben. Den Zuschlag erhielt die Zeitreise-Manufaktur von Benjamin Kant aus Magdeburg. Das Konzept soll die Geschichte der Friedlichen Revolution in Quedlinburg sowie die künstlerischen und historischen Hintergründe des Denkmals für unterschiedliche Zielgruppen verständlich und erfahrbar vermitteln.

„Wir haben die Aufgabe, die Bedeutung der Friedlichen Revolution an die nachfolgenden Generationen weiterzugeben. Wenn wir Zeitzeugen das nicht tun, wird es niemand mehr in dieser Form tun können“, betonte Oberbürgermeister Frank Ruch bei der Vertragsunterzeichnung. Das Denkmal sei deshalb nicht nur ein Kunstwerk, sondern auch ein Auftrag, sich mit Demokratie, Freiheit und gesellschaftlicher Verantwortung auseinanderzusetzen.

Das Vermittlungskonzept soll sowohl pädagogische als auch touristische Aspekte verbinden. Geplant sind Angebote für Schulklassen, die breite Bürgerschaft sowie Gäste der Welterbestadt. Dabei sollen analoge und digitale Vermittlungsformen miteinander verknüpft werden. Vorgesehen sind unter anderem interaktive Elemente, digitale Inhalte sowie thematische Rundgänge, die den Erinnerungsort mit weiteren Schauplätzen der Friedlichen Revolution in Quedlinburg verbinden.

Die Zeitreise-Manufaktur verfügt über langjährige Erfahrungen in der historischen Bildungsarbeit, der Entwicklung von Ausstellungen und digitalen Vermittlungsangeboten. Besonders überzeugte die Jury die Verbindung aus geschichtswissenschaftlicher Kompetenz, pädagogischer Erfahrung und praxisnaher Umsetzung. Das Konzept soll verschiedene Altersgruppen ansprechen und insbesondere Schülerinnen und Schüler aktiv einbinden.

Nach Auffassung der Welterbestadt entsteht mit dem Denkmal und dem begleitenden Vermittlungskonzept ein Erinnerungsort von überregionaler Bedeutung. Oberbürgermeister Frank Ruch äußerte die Hoffnung, dass das Projekt künftig auch bundesweit als beispielhafter Ort der Erinnerung an die Friedliche Revolution wahrgenommen wird. Mit seiner Größe, seinem künstlerischen Anspruch und der Verbindung von Kunst, Geschichte und Bildungsarbeit nimmt das Vorhaben bereits heute eine besondere Stellung ein.

Das Denkmal selbst ist zugleich ein Bürgerprojekt, das seit vielen Jahren von großem Engagement und einer beeindruckenden Spendenbereitschaft getragen wird. Bislang sind bereits rund 348.000 Euro an Spenden eingegangen. Wer den Erinnerungsort noch unterstützen möchte, hat dazu bis zum 30. Juni 2026 Gelegenheit. Wer das Projekt mit mindestens 1.000 Euro unterstützt, wird auf Edelstahlplatten am Denkmal genannt und schreibt damit ein kleines Stück der Geschichte dieses Erinnerungsortes mit.

Nach Angaben der Auftragnehmer sollen bereits in den kommenden Wochen erste Konzeptbausteine vorgestellt werden. Ziel ist es, erste Angebote möglichst zeitnah nach Fertigstellung des Denkmals nutzbar zu machen. Die Einweihung des Denkmals „Brunnen Friedliche Revolution 1989 – 1990 Deutsche Einheit“ ist für den 9. Oktober 2026 vorgesehen.

19.06.2026