Aktuelles aus Quedlinburg: Meilenstein für Bürgerprojekt in Quedlinburg: Brunnenkammer erfolgreich gesetzt
Ein bedeutender Schritt für das Bürgerprojekt Denkmal „Brunnen Friedliche Revolution 1989 – 1990 Deutsche Einheit“ ist geschafft: Am Donnerstag, dem 27. November, wurde in der Welterbestadt die Brunnenkammer durch die Firma Granitbau in die vorbereitete Baugrube am Carl-Ritter-Platz eingesetzt.
Die Sonderanfertigung der Firma Berding Beton aus Ballenstedt bildet das Herzstück des neuen Brunnens. Sie misst 5 Meter Länge und 2,50 Meter Breite und 3 Meter Höhe und besteht aus zwei Kammern – einer Trocken- und einer Nasskammer, die durch ein Schott getrennt sind. Die Trockenkammer beherbergt die gesamte technische Ausstattung für den späteren Betrieb, darunter Pumpen, Filteranlagen, Licht- und Dosiersysteme sowie Sicherheits- und Steuerungseinrichtungen. Die Nasskammer enthält ein Wasserreservoir von 5.000 Litern. Das schwerste Einzelteil der Brunnenkammer wiegt knapp 24 Tonnen.
„Die Brunnenkammer ist das zentrale Element der Anlage, das nach Fertigstellung unter einer Pflasterklappe verschwinden wird. Sie bildet die technische Grundlage für alle Wasser- und Lichtspiele des Brunnens“, erklärte Stephan Ostermann, Geschäftsführer der Granitbau Nordhausen GmbH.
Zuvor waren rund 260 Tonnen Erdreich ausgehoben worden, um die Kammer millimetergenau in die vorbereitete Baugrube zu setzen. Ein 160-Tonnen-Kran brachte das Betonteil in die 7 Meter tiefe Grube und platzierte anschließend den oberen Abschluss der Kammer.
Parallel dazu schreitet die künstlerische Umsetzung des Denkmals voran: Bildhauer Prof. Wolfgang Dreysse hat den Hauptteil – die kubischen Formen – bereits beim Gießer. In seiner Werkstatt arbeitet er derzeit an den inneren Details der Kuben, die künftig Geschichten und Reliefs enthalten werden.
Die baulichen Tiefbauarbeiten sollen voraussichtlich bis Mai 2026 abgeschlossen sein. Mit dem erfolgreichen Einsetzen der Brunnenkammer ist ein zentraler Meilenstein erreicht, der die Fertigstellung der Denkmalanlage sichtbar näher rückt und die Grundlage für die abschließende künstlerische Gestaltung legt.