Zwei Jahre »Happy Burg Quedlinburg« - Ein Paradies für Kinder und ein Ort voller Herz
Elena Gerz, Happy Burg Quedlinburg, Turnstraße 12/13 bzw. Neuer Weg 22/23
In der Turnstraße 12/13 bzw. am Neuen Weg 22/23 pulsiert Kinderlachen, fröhliches Springen und gemeinsames Spielen – denn dort befindet sich das bunte Hüpfburgenparadies Happy Burg Quedlinburg, das am 1. Juni sein zweijähriges Bestehen feiert. Was viele nicht wissen: Hinter dieser 200 Quadratmeter großen Familienoase steckt eine bemerkenswerte Lebensgeschichte – die der Inhaberin Elena Gerz.
Vor 23 Jahren kam Elena Gerz mit ihrer Familie aus Kasachstan nach Deutschland. Ihr Großvater war nach dem Zweiten Weltkrieg als Deutsch-Russe nach Zentralasien verbannt worden. Nach der deutschen Wiedervereinigung nutzte die Familie schließlich die Chance zur Rückkehr – ein Prozess, der ganze sechs Jahre in Anspruch nahm und zahlreiche Prüfungen, bürokratische Hürden und den Nachweis deutscher Sprachkenntnisse beinhaltete.
Angekommen im Harz, lebte die Familie zunächst ein halbes Jahr in Harzgerode, bevor sie sich in Quedlinburg niederließ. Dort kümmerte sich Elena Gerz liebevoll um ihre drei kleinen Kinder. Die gelernte Schneiderin arbeitete später in verschiedenen Bereichen – als Schneiderin, im Projekt Troika oder als Reinigungskraft. Heute sind ihre Kinder erwachsen: Ihre älteste Tochter ist Bankangestellte in Hannover, die zweite Tochter Industriekauffrau in Leipzig und der jüngste Sohn studiert Lehramt – ebenfalls in Leipzig. Mit einem stolzen Lächeln erzählt sie:
„Wenn sie früher nicht lernen wollten, habe ich ihnen ein Putztuch in die Hand gedrückt. Das hat meist gereicht.“
Während der Pandemie trafen Elena Gerz und ihr Mann eine mutige Entscheidung: Sie machten sich selbstständig. Ihre Kinder waren aus dem Haus, und sie spürten, dass es in Quedlinburg nur wenige Angebote für Familien mit kleinen Kindern gab. Die Idee eines familienfreundlichen Freizeitortes war geboren – das „Happy Burg Quedlinburg“ nahm Gestalt an.
Ihr Mann, handwerklich sehr begabt, übernahm die Renovierungsarbeiten weitgehend selbst. Für die fantasievollen Wandmalereien konnte Elena Gerz auf die Hilfe einer Freundin zählen. Die Ausstattung stammt aus den Niederlanden – die Hüpfburgen sind speziell konzipiert: Im Sommer kühlen ihre Motoren, im Winter spenden sie Wärme. So bleibt das Klima im Spielbereich stets angenehm – ganz ohne zusätzliche Klimaanlage oder Heizung.
Neben den riesigen, farbenfrohen Hüpfburgen gibt es auch klassische Spiele wie Airhockey und einen Kickertisch. Geburtstagsfeiern sind hier ein Highlight – mit einem besonderen Geburtstagsstuhl, lustigen Fotoecken und auf Wunsch sogar einem Maskottchen, das vorbeischaut. Snacks, Getränke, Pizza oder Pommes sorgen dafür, dass niemand hungrig bleiben muss.
Wer lieber zu Hause feiert, kann auch Hüpfburgen oder das Maskottchen mieten – für Kindergeburtstage, Jugendweihen, Hochzeiten oder Jubiläen. Die neueste Attraktion ist ein Lasertag-Angebot für Kinder ab sechs Jahren, das mit vorheriger Terminbuchung möglich ist.
Elena Gerz und ihre Familie halten die Eintrittspreise bewusst niedrig, damit sich möglichst viele Familien einen Besuch leisten können. Zu besonderen Anlässen wie dem Muttertag oder Kindertag gibt es zusätzlich Rabatte – ebenso für Großeltern. Und ganz bewusst gibt es kein WLAN: „Wir wollen ein Ort sein, an dem Familien wirklich Zeit miteinander verbringen – ohne Bildschirm“, erklärt Gerz.
In der „Happy Burg“ geht es nicht nur ums Toben, sondern auch um Begegnung, Freude und Kindheitserinnerungen. Elena Gerz liebt Kinder – das spürt man sofort. Oft hält sie kleine Überraschungen bereit und begegnet jedem Gast mit einem offenen Lächeln. Was als Idee während der Pandemie begann, ist heute ein lebendiger Treffpunkt für Familien – geschaffen von einer Frau, die selbst viele Hürden gemeistert hat, um anderen ein Stück Lebensfreude zu schenken.