Versteckte Oase mit Künstlerseele - Das Gartencafé Papileo auf dem Schlossberg
Thorsten Tölzer, Papileo Gartencafé, Schlossberg 11
Wer durch die belebten Gassen rund um den Schlossberg schlendert, ahnt kaum, dass sich nur wenige Schritte abseits des Trubels ein Ort der Stille und des Genusses verbirgt. Eingebettet in den grünen Garten eines denkmalgeschützten Hauses und umgeben vom künstlerischen Erbe Lyonel Feiningers, lädt das Gartencafé Papileo zur kleinen Flucht aus dem Alltag ein – charmant, unaufgeregt, mit einer Prise Kunst und einer großen Portion Herz.
Papileo – so nannte der deutsch-amerikanische Maler Lyonel Feininger sich selbst in liebevoller Selbstironie. Diesen poetischen Beinamen trägt nun auch das Café, das seit seiner Eröffnung beim Sommerfest des Feininger Museums im vergangenen Jahr Besucherinnen und Besucher bezaubert. Und nicht nur das: Der sieben Monate alte Dackel „Leo“, treuer Gefährte und heimlicher Star des Cafés, wurde ebenfalls in Anlehnung an den Künstler benannt.
Die Geschichte des Papileo begann vor drei Jahren, als Thorsten Tölzer und seine Frau bei einer Weinveranstaltung mit Dr. Rösch, der Leiterin des Feininger Museums, ins Gespräch kamen. Sie träumte davon, dem versteckten Garten unterhalb des Schlossbergs neues Leben einzuhauchen – und traf auf zwei Menschen mit Erfahrung, Ideen und Leidenschaft. Tölzer, ehemaliger Betreiber des Feinkostgeschäfts „Kochzeit“ und des stilvollen „Feine Mathilde“, hatte ein Gespür für Geschmack, Atmosphäre und das gewisse Etwas.
Was heute Besucherinnen und Besucher erwartet, ist ein Ort, wie ihn sich viele wünschen, aber nur wenige finden. Inmitten historischer Mauern und unter alten Bäumen finden sich liebevoll arrangierte Gartentische, dazu hausgemachte Kuchen, aromatischer Kaffee, ausgewählte Weine und kleine Köstlichkeiten, wie man sie nur bei jemandem findet, der Kochen nicht als Beruf, sondern als Berufung versteht.
Tölzer, der sich mittlerweile im Ruhestand befindet, betreibt das Café nicht nur – er lebt es. Zusammen mit Dackel Leo begrüßt er Gäste, empfiehlt Genüsse und sorgt als Haus- und Hofcaterer des Museums auch bei Veranstaltungen für kulinarische Glanzpunkte. Kochkurse gibt er nur noch gelegentlich – ein exklusives Vergnügen für gute Freunde.
Das Papileo ist ein echtes Saisoncafé, geöffnet von April bis Oktober. Sitzplätze gibt es ausschließlich im Garten – bei Sonnenschein, Vogelgezwitscher und der stillen Präsenz der Kunst. Im Winter bleibt das Café geschlossen, das historische Gebäude ist zu kalt, um gemütlich darin zu verweilen. Und genau das macht auch den Reiz aus: Wer hierherkommt, tut es bewusst – für eine Pause vom Alltag, für ein gutes Gespräch, für einen besonderen Moment.
Der Eingang zum Café liegt ein wenig versteckt – wie ein Geheimtipp es verlangt. Ein kleiner Gang links neben dem Haupteingang des Feininger Museums führt direkt in das grüne Paradies. Wer einmal dort war, kommt wieder. Wegen des Kaffees, des Gartens, der Gespräche. Und wegen Leo, der mit wachen Augen über sein Reich wacht.
Gartencafé Papileo – ein Ort wie ein Feininger-Gemälde: versponnen, verträumt, und doch mitten im Leben. Ein echtes Stück Schlossberg – zum Verweilen, Genießen und Wiederkommen.